Jahreshauptversammlung für das Dienstjahr 2019 der Ortsfeuerwehr Honerdingen

Honerdingen, Heidekreis (jf) Am Samstag fand die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Honerdingen statt, letztmalig unter der Regie von Michael Schlüter. Dieser begrüßte neben den Mitgliedern der Einsatzabteilung und des Spielmannszuges auch den Stellvertretenden Bürgermeister Jürgen Hollmann, den Ortsvorsteher Cord Bergmann, die Vertreter des Schützenvereins Sven Bruns und Jens Teschke sowie Pastor Thomas Delventhal. Seitens der Feuerwehren waren der Abschnittsleiter Richard Meyer, der Stellvertretende Stadtbrandmeister Ralf Köhler, der Bereitschaftsführer der Umweltbereitschaft Rainer Seebeck sowie Vertreter von befreundeten Ortsfeuerwehren anwesend. Als Überraschungsgast machte sich der Regierungsbrandmeister Uwe Quante auf den Weg nach Honerdingen.

Schlüter hob Maren Kohne hervor, die im Februar von der Ortsfeuerwehr Essel nach Honerdingen wechselte und am Abend der Versammlung Geburtstag hatte – ihr wurde ein Ständchen gebracht. In seinem letzten Jahresbericht ging der noch amtierende Ortsbrandmeister darauf ein, dass die Feuerwehr mit Grundausstattung wegen des Bedarfsplanes zu einer Stützpunktfeuerwehr aufgewertet wurde, der Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses ist nahezu fertig geplant, auch die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 4000 ist gestartet worden. Das fördert nicht nur die Sicherheit der Bürger, sondern auch die Motivation der Einsatzkräfte. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar Angriffe auf die Helfer wiederum schaden dem ehrenamtlichen Engagement. Dennoch leisteten die 53 Einsatzkräfte, darunter 17 Frauen, im abgelaufenen Jahr 19mal Hilfe bei neun Brandeinsätze und 10 ausgelösten Brandmeldeanlagen. Um für den Ernstfall gut ausgebildet zu sein, wurden 24 Dienste und diverse Lehrgänge absolviert, obendrein zeigten die Ehrenamtlichen bei Übungen, darunter beim angenommenen Brand des Kirchturmes der Meinerdinger Kirche, ihr Können. Weitere Zusatzaufgaben wurden abgeleistet, beispielsweise vom Gerätewart, Atemschutzgerätewart, der Wettbewerbsgruppe, dem Betreuer der Sozialen Medien und den Jugendwarten, so dass mindestens 4853 Stunden unentgeltlich für die Allgemeinheit aufgewendet wurden.

Die zwei Wettbewerbsgruppen waren wieder sehr rege und erfolgreich, nahmen an verschiedenen Leistungsvergleichen auf Orts-, Stadt-, Kreis- und sogar Regionalebene teil, wo nur knapp die Qualifizierung zum Landesentscheid verpasst wurde. Alle Abteilungen zusammengerechnet, hat die Ortsfeuerwehr Honerdingen 110 Mitglieder und 164 Förderer, eine davon sogar aus München.      

Der scheidende Jugendfeuerwehrwart Oliver Eggerichs hielt einen Kurzbericht über die interessanten Aktivitäten seiner 19 Schützlinge, dazu gab es bereits eine gesonderte Medienberichterstattung. Danach wurde Ina Lüpke in die Einsatzabteilung übernommen, sie war Gründungsmitglied der Honerdinger Löschbären. Seit Dezember sind auch Lisa Zwolack und Marcel Wendt in der Einsatzabteilung beheimatet, für die drei war es die erste Versammlung und sie legten das Gelöbnis ab. 

Beim Bericht der Kinderfeuerwehrwartin Mareike Seifert ging sie auf das Basteln, das Spielen und die Durchführung von Experimenten ein, mit denen die Kids an die Feuerwehr herangeführt werden. Auch Ausflüge, der Stadtorientierungsmarsch, ein Besuch bei der DLRG und dem Kino standen auf dem Programm.

Den Bericht des Spielmannszuges hielt Stefan Warnecke, er berichtete von 19 Übungsdiensten und fünf Auftritten, davon drei zur Brauchtumspflege und zwei für die Feuerwehr, die die 13 Musiker hatten.  

Für die Seniorengruppe äußerte sich Horst Lehmkuhl, aktuell sind dort zwölf Mitglieder tätig. Es war eine bewegte Zeit im 30. Jahr des Bestehens, so wurde sich regelmäßig getroffen, Ausflüge organisiert, eine Jubiläumsfeier durchgeführt, der Tannenbaum aufgestellt und die Veranstaltung „der Baum brennt“ unterstützt.   

Für die Dekongruppe, einem Fachbereich der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umwelt, gab es glücklicherweise keinen Realeinsatz, dennoch berichtete der Leiter Sven Grote von einem aktiven Jahr. Es wurde sich reichlich aus- und fortgebildet, es gab mehrere Informationstermine am Dethlinger Teich und an der Jahresübung der Bereitschaft wurde ebenfalls teilgenommen. 

Bei den durchgeführten Wahlen zum Jugendfeuerwehrwart und Stellvertreter/-in wurden Frank Bergmann und Anja Schimmelpfennig sowie Florian Liebers von der Versammlung bestätigt, sie werden sich in den nächsten drei Jahren für diese wichtige Aufgabe verantwortlich zeichnen.

 

Bei den Beförderungen gab es strahlende Augen, als Ina Lüpke zur Feuerwehrfrau ernannt wurde. Kirsten Brinkmann, Arne Kuhlmann, Eike Brinkmann und Christopher Westphal wurden zu Hauptfeuerwehrfrau bzw. -männern befördert. Für sehr gute Dienstbeteiligungen wurden Petra Grote, Anja Schimmelpfennig, Christopher Westphal, Jannes Hubert und Sven Grote gelobt. Als besondere Anerkennung für die geleistete Arbeit bekam Marina Parthen den Humpen überreicht, da sie seit Jahren Doppelposten wie Schrift- und Verpflegungswartin vorbildlich besetzt und auch an Sonderdiensten sowie den „normalen“ Terminen da ist. Für ihr langjähriges Engagement in der Jugendarbeit wurde Oliver Eggerichs und Tobias Seifert gedankt, da sie den Posten des Jugendwartes bzw. Stellvertreters abgegeben haben. Beide wurden daher auch kürzlich bei dem Kreisjugendfeuerwehrtag dafür geehrt.

Richard Meyer bekam von Ortsbrandmeister Schlüter zum nahenden Abschied als Abschnittsleiter zur Erinnerung und als Dank für die vielen gemeinsamen Jahre ein Geschenk überreicht. Dazu gab es Standing Ovation von den Anwesenden, was Meyer sprachlos werden ließ.

Als Feuerwehmann des Jahres wurde Dirk Kuhlmann vom Stellvertretenden Ortsbrandmeister Mirko Kruse ausgezeichnet. Danach sprach Kruse im Namen der Ortsfeuerwehr dem scheidenden Ortsbrandmeister für die besonderen Leistungen und Erfolge den herzlichen Dank aus, als Geschenk gab es unter anderem einen Reisegutschein für zwei Personen. Schlüter zeigte sich sichtlich gerührt, auch hier gab es Standing Ovation.           

Bei den Grußworten der Gäste startete Ralf Köhler als Stellvertretende Stadtbrandmeister, er dankte für die geleistete Arbeit und wünschte für die Zukunft viel Erfolg bei den Wettbewerben. Der unangekündigte Gast, Regierungsbrandmeister Uwe Quante, berichtete den Überraschten davon, dass auf höchster Ebene entschieden wurde, dass die Ortsfeuerwehr Honerdingen doch am 20.06.2020 beim Landesentscheid teilnehmen wird, um sich mit den besten Gruppen aus dem Land Niedersachsen zu messen.

 

Jürgen Hollmann überbrachte erstmalig die Grüße der Stadt Walsrode und zeigte sich begeistert davon, wie aktiv und harmonisch die Versammlung abläuft, welche gute Stimmung herrscht. „Unsere Kommunen wissen gar nicht, was sie an den Freiwilligen Feuerwehren haben“, so Hollmann weiter. Die Stadt stellt das Material zur Verfügung, es muss aber von den Freiwilligen besetzt und bedient werden.

Cord Bergmann als Ortsvorsteher unterstrich noch einmal die historische Entscheidung, Honerdingen zu einem Stützpunk umzuwandeln. Im Rahmen der Dorferneuerung soll auch der Ortsmittelpunkt umgestaltet werden. „Mit ruhiger Hand und zielgerichtet hast Du die Feuerwehr geleitet, dafür herzlichen Dank“, so Cord Bergmann an Schlüter. Dem zukünftigen Ortsbrandmeister Warnecke wünschte er ebenfalls eine gute Hand.

In gewohnt lockerer Art sprach Pastor Delventhal die Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit aus, die in den Feuerwehren geleistet wird. Studien besagen, dass Menschen, die gemeinschaftlich etwas für die Gesellschaft tun, die glücklicheren Menschen sind – und die Honerdinger sind glücklich und leisten wichtige Arbeit.

Stephan Wagner stellte klar, dass die Ortsfeuerwehr Walsrode glücklich ist, Honerdingen als Nachbarn zu haben. Seit Jahren wird gemeinsam geübt, gearbeitet und Einsätze abgeleistet. „Auch bei der Typisierung wart Ihr aktiv, und aus dieser gingen bisher laut Info der DKMS sechs Spender hervor und konnten somit möglicherweise Leben retten“, so Wagner.       

Da Michael Schlüter das Amt des Ortsbrandmeisters an Stefan Warnecke weitergibt, nahm er sich noch etwas Zeit, um einen persönlichen Rückblick zu halten. 2007 war für ihn ein besonderes Jahr. Nicht nur, dass der Bau des Eigenheims los ging, Schlüter übernahm auch den Posten des Stellvertretenden Ortsbrandmeisters. Die ersten Jahre als Stellvertreter waren dadurch geprägt, dass Feuerwehrleben auf Führungsebene zu erlernen. Mit Andreas Bergmann als Ortsbrandmeister hatte er aber einen sehr guten Lehrmeister, so dass er 2011 mit großem Respekt in dessen Fußstapfen trat. Rückblickend schaut er mit Stolz auf die vielen Ereignisse der vergangenen Jahre zurück, vor allem die Gründung der Kinderfeuerwehr und die Aufnahme von gleich neun weiblichen Neuzugängen 2011, das tolle Jubiläumsjahr 2013, die Wettbewerbserfolge ab dem Jahr 2014 mit der Qualifizierung für den Landesentscheid, das Erringen der Goldenen Leistungsspange, dem 5. Platz beim Landesentscheid 2015, dem 3. Platz beim Regionalentscheid 2016 und dem 4. Platz beim Landesentscheid 2017. Es gab aber auch traurige Momente, beispielsweise den viel zu frühen Tod seines Vorgängers Burkhard Lechelt und den Verkehrsunfall einer Einsatzkraft auf dem Weg zum Alarm. Seinem Nachfolger Stefan Warnecke wünscht Schlüter ein glückliches, ruhiges Händchen. Er riet seinem Nachfolger, mit einer gewissen Demut an die neue Aufgabe heranzugehen, einen eigenen Stil zu finden um die Truppe weiterhin zu motivieren, und auf bestimmte Situationen im Dienstalltag nicht unüberlegt zu reagieren, sondern vor einer Entscheidung nochmal eine Nacht drüber zu schlafen. „Mir hat dieser Grundsatz in der Vergangenheit immer sehr geholfen“, so der scheidende Ortsbrandmeister. Danach dankte er noch seinen Weggefährten, aber auch ganz besonders seiner Frau Daniela und den Kindern Matti und Leni, weil sie oft auf den Ehemann und Vater verzichten mussten, wenn er mal wieder für die Bürger unterwegs war. Auch seine Eltern und Schwiegereltern halfen aus, indem sie sich oft und gerne um die Kinder kümmerten.

Text, Foto Jens Führer

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